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Natura 2000-Gebiete in Nordrhein-Westfalen


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Natura 2000-Gebiete in Nordrhein-Westfalen


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Inhalt:

Natura 2000-Nr. DE-4306-301

Gebietsname:

NSG Lippeaue bei Damm u. Bricht und NSG Loosenberge, nur Teilfl.

Link zur Karte:

Kartenausschnitt

Fläche:

582 ha

Ort(e):

Kreis(e):

Wesel

Kurzcharakterisierung:

Zahlreiche gefährdete Lebensraumtypen bilden in diesem Abschnitt der Lippeaue ein äußerst vielgestaltiges Mosaik. Innerhalb des vorherrschenden Grünlandes sind auf großer Fläche trockene Magerwiesen und -weiden vertreten. Verschiedene weitgehend naturnahe Bäche münden beiderseits in die Lippe. In mehreren alten Mäandern des Flusses haben sich auf dem feuchten, stellenweise aus Niedermoortorf bestehendem Untergrund Erlenbruchwälder ansiedeln können. Bemerkenswert sind auch die Dünenbildungen am Rande der die Lippe um ca. 3 m überragenden Niederterrasse. Auf dem sandigen Untergrund der Aue finden sich nicht nur Bestände aus Stieleiche und Hängebirke, sondern auch Sandmagerrasen, Silbergras-Fluren und Heideflächen. Weiterhin kommen im Gebiet Feuchtwiesen vor, die lokal von Großseggenriedern bzw. Schilfröhrichten abgelöst werden. Weißdorngebüsche, gewässerbegleitende Gehölzbestände aus Erle und Eiche sowie zahlreiche Einzelbäume (z. T. als Kopfbäume) gliedern und beleben zusätzlich das Landschaftsbild dieser einzigartigen historischen Kulturlandschaft.

Im Gebiet vorkommende Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH-Richtlinie, die Erhaltungsziel für das FFH-Gebiet sind:

Im Gebiet vorkommende Arten nach Anhang II der FFH-Richtlinie, die Erhaltungsziel für das FFH-Gebiet sind:

Bedeutsame Vorkommen von Vogelarten im Gebiet:

Was macht die Bedeutung des Gebietes für Natura 2000 aus?

Mit ihren begleitenden Flussdünen hat dieser Abschnitt der Lippeaue zentrale Bedeutung für den Schutz des trockenen Magergrünlandes und der Sandtrockenrasen sowie der an diese Lebensräume gebundenen Pflanzen- und Tierarten im Naturraum Niederrheinische Sandplatten. Das Gebiet ist ein Schwerpunktbereich für den Schutz von Magerweiden und Sandtrockenrasen in Nordrhein-Westfalen. Hier befinden sich die landesweit größten Bestände dieser Lebensraumtypen im Tiefland außerhalb von Truppenübungsplätzen. Desweiteren kommen hier auch noch Bestände von Wacholder-Heiden vor. Eichen- und Buchenwälder sowie naturnahe Flussabschnitte ergänzen die Lebensraumausstattung. Eine biologische Einheit von derartiger Lebensraum- und Standortvielfalt ist in Nordrhein-Westfalen einzigartig. Dies wird u.a. durch das Vorkommen des Kammmolches und durch die Brutvorkommen von Heidelerche, Eisvogel, Wachtelkönig, Neuntöter, Schwarzspecht und Schwarzkehlchen unterstrichen. Das Gebiet ist, um den Wert der Verbindung von feuchten Lebensräumen mit solchen trockener Standortverhältnisse herauszustellen, Teil des Feuchtwiesenschutzprogramms.
Hervorzuheben ist darüber hinaus auch das Vorkommen der Knoblauchkröte und gefährdeter Pflanzenarten wie u.a. die Orchideenart Breitblättriges Knabenkraut.

Welche Schutzmaßnahmen sind geeignet, das verbindende Netzwerk von Lebensräumen zu schaffen?

Dieser im Lippemündungsraum gelegene Auenbiotopkomplex besitzt zentrale Bedeutung für den Biotopverbund als Schnittpunkt der Flussauenkorridore von Rhein und Lippe, insbesondere auch für überwinternde Wasservögel. Für Tier- und Pflanzenarten der Sandtrockenrasen und Magerweiden stellt er einen wichtigen Refugialraum und Trittstein entlang der großen Flussläufe dar. Dieses Gebiet bietet trotz der vielfach noch naturnahen Pflanzendecke umfassende Möglichkeiten zu einer Optimierung, wobei besonders die extensive Bewirtschaftung des Grünlandes und eine naturnahe Waldbewirtschaftung wichtige Teilziele darstellen. Die Erhaltung der Sandtrockenrasen- und Magergrünlandstandorte steht dabei im Vordergrund.

Standarddatenbogen:

Erhaltungsziele und Erhaltungsmaßnahmen:

Kartensatz:

Der Kartensatz besteht aus einer Karte:

Kartenanlage 1 zum Standarddatenbogen: