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Natura 2000-Gebiete in Nordrhein-Westfalen


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Natura 2000-Gebiete in Nordrhein-Westfalen


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Inhalt:

Natura 2000-Nr. DE-4717-306

Aktueller Hinweis:
Aufgrund technischer Umstellungen gibt es zurzeit unterschiedliche Datenstände in dem Standartdatenbogen und dem Sachdatendokument. Die aktuellen Informationen sind im Standarddatenbogen enthalten!

Gebietsname:

Oberes Orketal

Link zur Karte:

Kartenausschnitt

Fläche:

268 ha

Ort(e):

Kreis(e):

Hochsauerlandkreis

Kurzcharakterisierung:

Die Orke, ein Nebengewässer der Eder im östlichen Rothaargebirge, entspringt unterhalb von Küstelberg in der Randzone des ausgedehnten Glindfelder Forstes. Zwischen Küstelberg und Elkeringhausen durchfliessen der durchgängig naturnah ausgebildete Mittelgebirgsbach und seine zahlreichen seitlichen Quellbäche ein überwiegend steilwandiges, bewaldetes, nach Südwesten geöffnetes Kerbsohlental. Die höchsten Waldhänge und Waldrücken steigen bis auf 760 m üb. NN auf. Sie werden örtlich durchsetzt von kleineren natürlichen Felsaufragungen. Lediglich der untere Talraum oberhalb Elkeringhausen mit der schmalen Talsohle und den vorwiegend südexponierten Talhängen wird landwirtschaftlich genutzt. Die Wälder im oberen Orketal weisen einen für den Naturraum überdurchschnittlich hohen Laubwaldanteil auf. Vorherrschend sind bodensaure Buchenwälder montaner Ausprägung. Neben Buchen-Beständen mit mittlerem Baumholz kommen auch Altholzbestände zur Ausprägung, die örtlich sogar Übergänge zur natürlichen Buchenwald-Zerfallsphase aufweisen. Die Offenlandhänge oberhalb Elkeringhausen werden überwiegend beweidet. Der vorherrschende Vegetationskomplex aus artenreichen Rotschwingelweiden und Rotschwingel-Straussgrasweiden weist örtlich Übergänge zu Goldhaferwiesen auf. Sickerquellige Hangzonen und grundwassergeprägte Talzonen werden von Sumpfdotterblumenwiesen besiedelt. Diese Offenlandzone mit ihren differenzierten Grünlandtypen bildet gemeinsam mit Gehölzstreifen und Kleingehölzen einen örtlich vielfältigen Kulturlandschaftskomplex.

Im Gebiet vorkommende Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH-Richtlinie, die Erhaltungsziel für das FFH-Gebiet sind:

Im Gebiet vorkommende Arten nach Anhang II der FFH-Richtlinie, die Erhaltungsziel für das FFH-Gebiet sind:

Bedeutsame Vorkommen von Vogelarten im Gebiet:

Was macht die Bedeutung des Gebietes für Natura 2000 aus?

Das obere Orketal zwischen den touristisch bevorzugt aufgesuchten Ortschaften Küstelberg und Elkeringhausen wird stark von Wanderern und Spaziergängern frequentiert.
Das hochgelegene obere Orketal besitzt einen Wald- und Offenland-Biotopkomplex von landesweiter Bedeutung. Herausragend sind insbesondere die montanen bis hochmontanen Buchenwälder (Zahnwurzreiche Hainsimsen-Buchenwälder, singulär auf durchfeuchteter Hangzone auch Bärlauch-Buchenwald) mit unterschiedlichen Alters- und Entwicklungsstadien (mittleres Baumholz, starkes Baumholz bis Altholz, partiell Buchenwald-Zerfallsphase). Charakteristisch für diese montanen und hochmontanen Lagen ist die Vitalität der Eberesche, die (insbesondere unter Altfichten) ein festes Element der natürlichen Laubwald-Regenerationsphase darstellt und -vereinzelt bis in die obere Baumschicht aufwachsend- eine eindrucksvolle Konkurrenzkraft entfaltet. Die Buchenwälder sind örtlich eng verzahnt mit naturnahen Quell- und Bach-Lebensräumen schattig-kühler Ausprägung. Vervollständigt wird der montane Wald-Gewässer-Lebensraumkomplex durch einzelne Felsgruppen, die als geogene Relikte der Naturlandschaft bedeutende Sonderstandorte für Moose, Flechten und Farne darstellen. Dem Grünland kommt innerhalb des waldreichen Naturraumes der Winterberger Hochfläche eine regional herausgehobene Bedeutung als Refugialraum für artenreiche Bergwiesen und -weiden zu.

Welche Schutzmaßnahmen sind geeignet, das verbindende Netzwerk von Lebensräumen zu schaffen?

Zentrale Schutzziele sind: - der Erhalt montaner Buchenwälder unter Einschluss natürlicher Entwicklungs- und Altersphasen bis hin zu totholzreichen Waldzerfallsphasen, - Sicherung eines weitgehend intakten Fliessgewässer-Biotopverbundkomplexes von der Quellregion bis hin zum Mittelgebirgsbach, - Erhalt artenreicher Grünlandtypen montaner Ausprägung. Das obere Orketal steht in direktem räumlichen und öko-funktionalen Kontext zu den Offenland- und Wald-Lebensräumen des Waldreservates Glindfeld (mit Orketal und dem NSG "Im Boden").

Standarddatenbogen:

Erhaltungsziele und Erhaltungsmaßnahmen:

Kartensatz:

Der Kartensatz besteht aus einer Karte:

Kartenanlage 1 zum Standarddatenbogen: