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Natura 2000-Gebiete in Nordrhein-Westfalen


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Natura 2000-Gebiete in Nordrhein-Westfalen


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Inhalt:

Natura 2000-Nr. DE-4817-306

Aktueller Hinweis:
Aufgrund technischer Umstellungen gibt es zurzeit unterschiedliche Datenstände in dem Standartdatenbogen und dem Sachdatendokument. Die aktuellen Informationen sind im Standarddatenbogen enthalten!

Gebietsname:

Nuhnewiesen, Wache und Dreisbachtal

Link zur Karte:

Kartenausschnitt

Fläche:

324 ha

Ort(e):

Kreis(e):

Hochsauerlandkreis

Kurzcharakterisierung:

Das Gebiet südöstlich von Hallenberg umfasst den überwiegend offenen Kulturlandschaftskomplex der Wache mit den annähernd parallel zueinander verlaufenden Talräumen von Nuhne im Südwesten und Dreisbachtal im Nordosten. Die Wache, ein weiter, rund 430 m ü. NN hoher Flachrücken, weist einen hohen Anteil artenreicher Grünlandflächen überwiegend frischer bis trockener, stellenweise aber auch feuchter und wechselfeuchter Ausprägung auf. Auffallend ist der hohe Flächenanteil von Mähwiesen, die örtlich einer Nachbeweidung mit Schafen unterliegen. Randliche Grünlandflächen werden auch dauerhaft beweidet. Das Grünland wird geprägt von Glatthafer- und Goldhaferwiesen, bei Weidenutzung überwiegt die Rotschwingelweide. Durchsetzt wird der offene Kulturlandschaftskomplex von wenigen Einzelbäumen, Heckenresten und Besenginsterflächen. Die Nuhnewiesen umfassen die Talebene der Nuhne unterhalb von Hallenberg beidseitig des naturnahen, durchgängig von Ufergehölzen begleiteten Mittelgebirgsbaches. Westlich schließt sich jenseits eines aufgelassenen, von Gebüschen bewachsenen Bahndammes eine höher gelegene seitliche Talmulde mit ihrer Unterhangzone an. Typisch für den gesamten Teilkomplex sind artenreiche Talwiesen (Gold- und Glatthaferwiesen) mäßig feuchter bis nasser Ausprägung. Das Dreisbachtal durchzieht als langgestrecktes Kerbsohlental das offene Kulturland zwischen Hallenberg und Braunshausen. Die überwiegend beweidete Talsohle weist einen Wechsel von Nassgrünland, Feuchtgrünland und mäßig feuchtem Grünland auf, auf südexponierten Talhängen kommen ergänzend artenreiche Mähwiesen und trockene Rotschwingelweiden zur Ausprägung. Die untere südexponierte Talrandzone trägt ausgedehntes, artenreiches Gebüsch.

Im Gebiet vorkommende Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH-Richtlinie, die Erhaltungsziel für das FFH-Gebiet sind:

Im Gebiet vorkommende Arten nach Anhang II der FFH-Richtlinie, die Erhaltungsziel für das FFH-Gebiet sind:

Bedeutsame Vorkommen von Vogelarten im Gebiet:

Was macht die Bedeutung des Gebietes für Natura 2000 aus?

Trotz ihrer bescheidenen Höhe erlaubt die Wache einen herausragenden Rundblick über das Hallenberger Hügelland als südlicher Teil der Medebacher Bucht. Im Spätsommer / Frühherbst prägt der Blühaspekt der massenhaft auftretenden Herbstzeitlose die Talwiesen der Nuhne in besonderer Weise.
Nuhnewiesen, Wache und Dreisbachtal bilden das "Filetstück" im überregional bedeutsamen Biotopkomplex der zum Stadtgebiet von Hallenberg gehörenden Medebacher Bucht. Landesweit herausragend ist das Gesamtgebiet aus ornithologischer und vegetationskundlicher Sicht. Die Nuhnewiesen beherbergen das bedeutendste Brutvorkommen des Braunkehlchens im Hochsauerland. Im Unterschied zu anderen Braunkehlchen-Populationen in der Region weisen die Nuhnewiesen in den letzten Jahren eine positive Bestandsentwicklung auf: 1996 stieg ihr Bestand auf 30 Brutpaare. Landesweit bedeutsam ist auch der ausgedehnte Komplex montaner bis submontaner Mähwiesen artenreicher Ausprägung im Bereich von Nuhnewiesen und Wache. Besonders bemerkenswert ist das enge räumliche Nebeneinander der Talwiesen der Nuhne und der Hangwiesen auf der Wache. Darüber hinaus ist das Gesamtgebiet von hohem landschaftlichen Reiz. Ergänzend bilden flache, teilweise trockengefallene Gräben und vereinzelt erhalten gebliebene hölzerne Aufstauvorrichtungen im Nuhnetal interessante Relikte der historischen Wiesenbewässerung.

Welche Schutzmaßnahmen sind geeignet, das verbindende Netzwerk von Lebensräumen zu schaffen?

Zentrales Schutzziel ist die Erhaltung und Entwicklung artenreicher Grünland-Lebensräume (prioritär der Mähwiesen) unterschiedlicher Feuchtestufen. Der Aufrechterhaltung einer extensiven Wiesennutzung unter Verzicht auf Starkdüngung (Gülle) kommt eine besondere Bedeutung zu. Unter dem Gesichtspunkt des Artenschutzes ist die Sicherung der landesweit bedeutsamen Braunkehlchen-Population durch eine extensive Grünlandwirtschaft von herausragender Bedeutung.

Standarddatenbogen:

Erhaltungsziele und Erhaltungsmaßnahmen:

Kartensatz:

Der Kartensatz besteht aus einer Karte:

Kartenanlage 1 zum Standarddatenbogen: