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Natura 2000-Gebiete in Nordrhein-Westfalen


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Natura 2000-Gebiete in Nordrhein-Westfalen


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Inhalt:

Natura 2000-Nr. DE-4915-302

Gebietsname:

Schwarzbachsystem mit Haberg und Krenkeltal

Link zur Karte:

Kartenausschnitt

Fläche:

311 ha

Ort(e):

Kreis(e):

Olpe

Kurzcharakterisierung:

Ausgedehntes, stark verzweigtes Bachsystem des Schwarzbachs, des Meinscheidbachs und ihrer Nebenbäche im Südosten des Kreises Olpe an der Südostseite des Rothaargebirges, welches von Fichtenforsten beherrscht wird. Die zahlreichen Quellbäche entspringen oft in größeren oder kleineren Hangquellmooren oder Birken-Moorwäldern. Der größte Birken-Moorwald befindet sich in der Naturwaldzelle "Rüsper Wald". Auch auf den Talsohlen finden sich neben bachbegleitenden Erlen-Auenwäldern und Birken-Moorwäldern Bereiche mit Übergangsmooren, kleinflächigen Borstgrasrasen sowie Nass- und Feuchtgrünland, das überwiegend brachgefallen ist. Abschnittsweise sind die Talsohlen mit Fichtenforsten bestockt. Vielerorts wurden die Bäche erst vor wenigen Jahren von Fichten freigestellt. Hier finden sich ausgedehnte feuchte Schlagfluren, die sich teilweise zu Übergangsmooren entwickeln. Die Bäche mäandrieren sehr naturnah und dynamisch und weisen neben flutenden Wassermoosen auch montan geprägte feuchte Hochstaudensäume auf. Stellenweise stocken Hainsimsen-Buchenwälder, die teilweise bereits sehr alt sind und viel stehendes Totholz aufweisen. Auf dem Rothaarkamm finden sich im NSG Haberg ausgedehnte Bergheiden, teilweise mit viel Wacholder. Im NSG Krenkeltal, das mit dem Schwarzbachtal durch einen stillgelegten Eisenbahntunnel verbunden ist, weist besonders artenreiche feuchte Hochstaudenfluren auf. Der Eisenbahntunnel selbst ist bedeutendes Winterquartier für Fledermäuse, u.a. des Großen Mausohrs.

Lebensräume von gemeinschaftlichem Interesse nach FFH-Richtlinie:

Arten von gemeinschaftlichem Interesse nach FFH- oder Vogelschutzrichtlinie:

Was macht die Bedeutung des Gebietes für Natura 2000 aus?:

Neben den prioritären Birken-Moorwäldern und Erlen-Auenwäldern, die im Gebiet hervorragend ausgebildet sind, sind vor allem auch die Übergangsmoore von größter Bedeutung. Mit ihren ausgedehnten Torfmoos- und Wollgrasbeständen zählen sie zu den bedeutendsten Vorkommen im Naturraum Bergisches Land/Sauerland. Besonders wertvoll ist auch das durchgehend unzerschnittene, sehr naturnahe Fließgewässernetz mit seiner Unterwasservegetation und feuchten Hochstaudensäumen, insbesondere als Lebensraum für Groppe und Bachneunauge. Auch die Wacholderheide zählt zu den bedeutendsten im Naturraum Bergisches Land/Sauerland. Die Hainsimsen-Buchenwälder ergänzen mit ihren hervorragend strukturierten Altholzbeständen die Vielfalt des Gebiets ebenso wie die kleinflächigen, aber gut ausgebildeten Borstgrasrasen. Diese Vielzahl an naturnahen Biotopen bieten einer großen Zahl seltener und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten Lebensraum.

Welche Schutzmaßnahmen sind geeignet, das verbindende Netzwerk von Lebensräumen zu schaffen?:

Die weitere Entfichtung der Talsohlen an Bächen und im Bereich der Quell- und Übergangsmoore (auch an Bachoberläufen außerhalb der Kulisse) stellt eine wichtige Maßnahme dar, um die vorhandenen Lebensräume zu optimieren und besser miteinander zu vernetzen. Die Buchenwälder sollten naturnah bewirtschaftet werden, wobei die größtmögliche Belassung von Althölzern und Totholz im Vordergrund steht. In den Birken- und Erlenwäldern sollte auf jegliche Bewirtschaftung verzichtet werden. Hier und auch in einigen Übergangsmooren müssen stellenweise alte Entwässerungsgräben geschlossen werden. Das Grünland sollte wieder extensiv bewirtschaftet werden (Mahd oder Beweidung), um einer weiteren Verbrachung Einhalt zu gebieten. Der Eisenbahntunnel sollte weiterhin wegen seiner großen Bedeutung als Winterquartier für Fledermäuse an beiden Ausgängen mit einem Fledermausgitter verschlossen bleiben. Das Gebiet ist im Zusammenhang zu sehen mit dem unterhalb im Kreis Siegen-Wittgenstein unmittelbar angrenzenden Natura 2000-Gebiet DE-4916-301 "Eder zwischen Erndtebrück und Beddelhausen". Dadurch ist ein Biotopverbund mit dem gesamten Einzugsgebiet der Weser gegeben.

Standarddatenbogen:

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Schutzziele und Maßnahmen :

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Kartensatz:

Der Kartensatz besteht aus einer Karte:

Kartenanlage 1 zum Standarddatenbogen :

Karte 1 PDF Download