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Natura 2000-Gebiete in Nordrhein-Westfalen


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Natura 2000-Gebiete in Nordrhein-Westfalen


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Inhalt:

Natura 2000-Nr. DE-4111-302

Gebietsname:

Davert

Gesetzlicher Schutz:

Gebietstyp: B = FFH-Gebiet (GGB)

Link zur Karte:

Kartenausschnitt

Fläche:

2226 ha

Ort(e):

Kreis(e):

Warendorf, Coesfeld, Muenster

Kurzcharakterisierung:

Die Davert umfasst ein zusammenhängendes, ausgedehntes historisches Waldgebiet innerhalb des Kernmünsterlandes. Von den naturnahen Waldgesellschaften bestimmen auf stau- oder grundwassergeprägten Böden artenarme Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwälder und bodensaure Eichenwälder den Charakter des Gebietes. Prägend für das Landschaftsbild sind die knorrigen Eichen-Althölzer im mittleren bis starken Baumholzalter. Die bodensauren Eichenwälder stocken auf sandigen, wechselfeuchten bis wechselnassen, basenarmen Böden. Die von der Stiel-Eiche dominierten Bestände weisen flächendeckende Krautschichten mit anspruchslosen Arten wie Pfeifengras und Adlerfarn auf. Die Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwälder kommen im Gebiet mit bemerkenswert großflächigen Beständen vor. Sie stocken auf staunassen Böden mit geringer Sandauflage. Es dominiert die nährstoffarme Ausbildung mit anspruchslosen Krautpflanzen wie Sauerklee, Zweiblättrige Schattenblume, Waldgeißblatt, Faulbaum, Dornfarn und Pfeifengras. Auch diese Bestände zeichnen sich durch einen hohen Anteil an Eichen-Altholz aus. Im Bereich des Staatsforstes Münster treten innerhalb der Baumschicht eindrucksvolle Flatter-Ulmen mit mächtigen Brettwurzeln auf und verleihen dem Wald einen urwaldähnlichen Charakter. Die Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwälder bilden mit ihrem dichten Kronendach und der niedrigwüchsigen Krautschicht einen reizvollen Kontrast zu den lichten, aufgrund der hohen Krautvegetation schwer zugänglichen Eichenwäldern. Auf trockeneren Standorten wird der Eichenwald stellenweise vom Buchenwald, der im Gebiet zum Teil mit 100- bis 150jährigen Beständen ausgebildet ist, abgelöst. Als weitere naturnahe Wälder kommen in der Davert Erlen- und Birken-Bruchwälder vor. Sie sind zerstreut in nassen, anmoorigen Geländenmulden zu finden und runden das Bild der ehemals von Moor, Sumpf und Heide umgebenden Waldlandschaft Davert ab. Die Birkenbruchwälder prägen vor allem im Osten des Gebietes einige Waldbereiche. Sie haben sich im Laufe der natürlichen Sukzession auf ehemaligen Moor- und Kahlschlagflächen entwickelt. Der Aspekt wird von Moorbirken mit dichtem Pfeifengrasunterwuchs und Torfmoospolstern geprägt. Die Erlenbruchwälder sind deutlich artenreicher und weisen eine Vielzahl an Feuchtezeigern wie Gelbe Schwertlilie, Sumpffarn, Sumpf-Haarstrang, Sumpf-Baldrian sowie verschiedene Seggenarten auf. Besondere Beachtung verdient außerdem ein großflächiger Birken-Moorwald, der sich seit ca. 40 Jahren ungestört auf einem teilweise abgetorften Moor entwickeln konnte. Die Davert wird von einem reich verzweigten Fließgewässernetz, das sich aus kleinen Bächen und Abflußrinnen zusammensetzt, durchzogen. Ein äußerst reizvolles Fließgewässer stellt der Emmerbach mit seiner mannigfaltigen Unterwasser-, Schwimmblatt- und Röhrichtvegetation dar.

Im Gebiet vorkommende Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH-Richtlinie, die Erhaltungsziel für das FFH-Gebiet sind:

Im Gebiet vorkommende Arten nach Anhang II der FFH-Richtlinie, die Erhaltungsziel für das FFH-Gebiet sind:

Bedeutsame Vorkommen von Vogelarten im Gebiet:

Was macht die Bedeutung des Gebietes für Natura 2000 aus?

Von landesweiter Bedeutung sind die auf mineralischen, anmoorigen Böden ausbildeten Erlenbruch- und Birkenbruchwälder, die wie der Birken-Moorwald einen ökologisch überaus wertvollen Lebensraum darstellen. Als vegetationskundliche Rarität sind die Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwälder mit der landesweit stark gefährdeten Flatter-Ulme zu bewerten. In der Davert kommt der Flatter-Ulme eine spezielle ökologische Bedeutung als Habitat für den Ulmen-Zipfelfalter zu. Darüber hinaus sind im Gebiet zahlreiche landesweit gefährdete Pflanzenarten (Königsfarn, Sumpffarn, Flatterulme, Torfmoose, Wasserpflanzen, Armleuchteralgen) und Tierarten verbreitet. Neben mehreren gefährdeten Vogelarten unterstreicht eine überaus große Artenvielfalt von Amphibien, Reptilien, Fledermäusen und Insekten (insbesondere Schmetterlinge und Libellen) die hohe ökologische Stellung des Gebietes. Die Davert wird vom Emmerbach mit seiner besonderen Bedeutung für die Helmazurjungfer und einem reich verzweigten Graben- und Fließgewässernetz durchzogen.
Die Davert ist eines der größten zusammenhängenden, naturnahen Waldgebiete des Münsterlandes. Charakteristisch für die hier vorherrschenden nährstoff- und basenarmen, stau- und grundwassergeprägten Böden sind bodensaurer Eichenwald und Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwald. Beide Waldgesellschaften haben in der Münsterländschen (Westfälischen) Tieflandsbucht ihren Verbreitungsschwerpunkt und prägen in der Davert mit außerordentlich großflächigen, gut erhaltenen Beständen das Landschaftsbild. Hervorzuheben ist ihr durchweg typisches Artengefüge und der hohe Anteil an totholzreichen Altholzbeständen. Dabei sind insbesondere die Eichen herauszustellen, da sie zahlreichen bedrohten Höhlenbrütern wie Mittelspecht und Schwarzspecht wertvollen Lebensraum bieten. Mehr als 100 Revierpaare des Mittelspechtes unterstreichen die Bedeutung der Altholzbestände eindrucksvoll. Vor allem innerhalb der Naturwaldzelle "Amelsbüren" sind die naturnahen Bestände des Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwaldes und des Hainsimsen-Buchenwaldes von hervorragender Ausprägung. Als wertvolles Habitat für zahlreiche gefährdete Tier- und Pflanzenarten ist der Birkenmoorwald einzustufen. Neben den Waldbiotopen sind auch die Gewässerbiotope (Kleingewässer, Fließgewässer) von hoher Wertigkeit. Hervorzuheben ist dabei der im Gebiet nachgewiesene Kammmolch. Von herausragender Bedeutung ist aber auch das Vorkommen der Helm-Azurjungfer im Emmerbach, dass zu den derzeit größten bekannten Vorkommen in NRW zählt. In der Gesamtbetrachtung nimmt die Davert im Naturraum Münsterländisches (Westfälisches) Tiefland aufgrund der Flächengröße, des guten Erhaltungszustandes der naturnahen, typisch ausgebildeten Wälder und der hohen Artenvielfalt eine hervorragende Stellung ein. Das Gebiet beinhaltet einen der größten zusammenhängenden Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwaldkomplexe Nordwestdeutschlands.

Welche Schutzmaßnahmen sind geeignet, das verbindende Netzwerk von Lebensräumen zu schaffen?

Die Davert ist aufgrund ihrer Flächengröße und Ausstattung ein Waldbiotop von internationaler Bedeutung. Im Hinblick auf den europaweiten Biotopverbund ist das Gebiet als ein wichtiger Knotenpunkt entlang der Fließgewässerachsen Ems und Lippe einzustufen. Übergeordnetes Schutzziel ist die Erhaltung und Förderung der naturnahen Waldgesellschaften durch Erhaltung bzw. Wiederherstellung des natürlichen Wasserhaushaltes, naturnahe Waldwirtschaft sowie Umwandlung der Nadelholzforste in bodenständige Gehölzbestände. Daneben sind die Erhaltung und Optimierung der Gewässerbiotope, insbesondere Kleingewässer und Emmerbach - als Lebensraum für die Helm-Azurjungfer -, vorrangige Naturschutzziele.

Standarddatenbogen:

Erhaltungsziele und Erhaltungsmaßnahmen:

Kartensatz:

Der Kartensatz besteht aus einer Karte:

Kartenanlage 1 zum Standarddatenbogen:

Maßnahmenkonzept (MAKO):

Broschüre zum Gebiet:

Davert und Venner Moor